Metaverse Blog-Serie: Nr. 1 – Einführung

02. September 2022

Das Metaverse, NFTs und Kryptowährungen sind die Buzzwords des neuen digitalen Zeitalters. Doch was verbirgt sich hinter dem Hype? Welche Chancen und welche Risiken bestehen für Unternehmen? Welche rechtlichen Fragestellungen ergeben sich? Diese Blog-Serie soll einen ersten Einblick in die neue Welt des (Multi-) Metaversums geben sowie Lösungsmöglichkeiten für die rechtlichen Herausforderungen aufzeigen.

 

„Noch nie gehört“, sagen 75 Prozent der Deutschen

Was ist das Metaverse? Bereits bei der Definition sind sich viele noch Uneins. Laut einer Bitkom-Umfrage vom April 2022 haben 75 Prozent der Deutschen noch nie etwas vom Metaverse gehört und nur 4 Prozent trauen sich zu, den Begriff zu erklären. Aber auch unter Fachleuten gibt es noch keine einheitliche Begriffsbestimmung. Das liegt in der Natur der Sache, denn das Metaverse gibt es so (noch) nicht. Die virtuelle Welt lässt sich nicht eindeutig von der nicht-digitalen Welt abgrenzen, denn das Metaverse ist nicht weniger real oder physisch, sondern allenfalls weniger tangibel. Dennoch scheint es im Sinne der Allgemeinverständlichkeit zu sein, bei der nicht-digitalen Welt von der realen oder physischen Welt zu sprechen.

Wächst eine literarische Dystopie zu einem Geschäftsmodell heran?

Die Idee des Metaverse gibt es schon seit Jahrzehnten. Bereits im Jahr 1992 hat der Autor Neal Stephenson eine Dystopie erstellt, in welcher der Großteil der Bevölkerung in einer computergenerierten Welt lebt. Demnach ist das Metaverse ein virtueller Raum, welcher der realen Welt nachgebildet ist. Man kann virtuelle Güter kaufen, sich als Avatar mit Freunden treffen und zur Arbeit gehen. Durch spezielle Sensoranzüge und 3D-Brillen wirkt diese Umgebung wie die Realität. Es handelt sich somit um eine neue, virtuelle Welt (sog. Virtual Reality), welche die reale Welt ersetzen kann.

Viele Plattformen bilden ein Metaversum-Phänomen

Tatsächlich gibt es aber nicht nur diesen einen virtuellen Raum, sondern eine Vielzahl von verschiedenen Plattformen. Sie unterscheiden sich in der grafischen Darstellung, den Handlungsmöglichkeiten sowie in ihren Zielgruppen. Bedeutung haben diese Welten derzeit insbesondere bei der jüngeren Generation. Als Beispiele können hier die Videospiele Minecraft, Fortnite oder Roblox genannt werden. Diese Plattformen, die im Bereich des Gaming oder im E-Sport zu verorten sind, beanspruchen nicht, die reale Welt nachzubilden. Tatsächlich verbringen aber viele Menschen in diesen virtuellen Räumen einen Großteil ihrer Zeit.

Daneben gibt es Plattformen wie Second Life oder Decentraland. Dort wird ein virtueller Lebensraum erschaffen, in dem Tätigkeiten aus der realen in die virtuelle Welt verlagert werden.

Unter dem Begriff des Metaverse versteht man also nicht einen bestimmten Raum oder eine technische Erfindung. Es beschreibt vielmehr ein Phänomen, eine technische und gesellschaftliche Entwicklung: die fortschreitende Verlagerung menschlichen Handelns in die digitale Welt. Je mehr Tätigkeiten aus dem realen Leben in virtuellen Räumen stattfinden, desto eher kann von einer digitalen Parallelwelt gesprochen werden.

Die Bausteine der Zukunft im Metaverse

Die wichtigsten Bausteine des Metaverse sind die technischen Möglichkeiten, um eine solche Welt sinnlich greifbar zu machen. Neben der bereits erwähnten Virtual Reality, können dies auch Technologien aus dem Bereich der sog. Augmented Reality (AR) bzw. Mixed Reality sein. Dabei wird die reale Umgebung um digitale Elemente ergänzt. Als prominentestes Beispiel gilt etwa die App „Pokémon Go“. Die Möglichkeiten in diesem Bereich sind weitläufig. Denkbar ist etwa, dass zukünftig Hologramme von Geschäftspartnern live in die reale Umgebung eingebunden werden. Durch sog. AR-Brillen können Häuserfassaden, Gehwege und leere oder bereits anderweitig bedruckte Plakatflächen zu digitalen Werbebannern werden. Durch das großflächige Sammeln von personenbezogenen Daten ist es zudem möglich, die Werbung auf den Betrachter individuell abzustimmen.

Nur ein temporäres Buzzword oder eine Revolutionierung unseres Alltags?

Der Einfluss des Metaverse auf das alltägliche Leben ist immens, weshalb das Wettrennen um die Vorherrschaft längst im Gange ist. Als erstes Unternehmen hat Facebook das Metaverse publikumswirksam in Angriff genommen und sich selbst in Meta umbenannt. Auch Google und Microsoft investieren massiv in die Entwicklung solcher Technologien. Daneben haben einzelne Staaten das Potential erkannt. Auf Betreiben des Kronprinzen hin soll Dubai in fünf Jahren zu den zehn besten Entwicklungsstandorten für das Metaverse zählen. Bereits heute kann man in der Betaversion Land im Metaverse Dubai erwerben. Dennoch ist bisher unklar, welche Formen das Metaverse konkret annehmen wird und, insbesondere bei staatlich betriebenen Metaverse-Plattformen, welche Regeln für diese Welten gelten werden. Die aktuellen Ansätze eines Metaverse lassen aber bereits erste Trends erkennen, aus denen sich rechtliche Problemstellungen ergeben können.

Die technologischen Herausforderungen

Technologisch bringt das Metaverse große Herausforderungen mit sich. Zum einen sind viele Metaverse-Technologien noch gar nicht entwickelt. Andere Technologien existieren zwar bereits, können aber noch nicht im Metaverse angewendet werden. Eine wichtige technische Entwicklung in diesem Bereich stellen sog. NFTs (Non-fungible-tokens) dar. Einfach ausgedrückt handelt es sich dabei um digitale Echtheitszertifikate, die mittels Kryptografie eine eindeutige Zuordnung eines virtuellen Gegenstands zu einem bestimmten Eigentümer erlauben. So können die ansonsten leicht zu kopierenden virtuellen Güter als Originale gekennzeichnet werden und erhalten als Einzelstücke einen teils erheblichen Wert.

Viele Spekulationen um eine revolutionäre Technik

Der Metaverse-Hype befeuert auch die Spekulation mit Gegenständen, wie etwa im Falle des „Bored Ape Yacht Club“. Dabei handelt es sich um eine Serie von NFTs, die das (digitale) Eigentum an Abbildungen gelangweilt dreinblickender Affen zuweist und für die zum Teil Preise in Millionenhöhe gezahlt werden. Wie bei der Transaktion von Kryptowährungen basieren NFTs auf der Blockchain-Technologie, im Falle des „Bored Ape Acht Club“ etwa auf der von Ethereum. Erworben werden NFTs regelmäßig mit Kryptowährungen über Börsen wie opensea.io oder crypto.com.

So gibt es rund um das Metaverse zwar viele Spekulationen, aber noch wenige Antworten: Was ist nun dran am Hype um das Metaverse? Wird es unseren Alltag revolutionieren? Wie wird unsere Welt in fünf Jahren aussehen?

In dieser Blogserie betrachten wir insbesondere die rechtlichen Fragestellungen näher, die sich in diesem Zusammenhang stellen. Wir zeigen anhand von konkreten Anwendungsbeispielen Lösungsmöglichkeiten auf und erläutern die technischen sowie wirtschaftlichen Hintergründe.

Freuen Sie sich auf eine Reise ins Metaverse!

 

Autor: Rolf Tichy

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